Netzwerk Kirchenreform - Thursday, 17. May 2012
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Klarstellung zu einer epd-Meldung

Erklärung zur epd Zentralausgabe Nr. 108 | 08.06.2010

   

Zur fehlerhaften Darstellung in der epd Zentralausgabe erklärte Prof. Dr. Wolfgang Nethöfel gegenüber epd:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen habe ich heute in epd-Zentral die Meldung gelesen, ich hätte beiden deutschen Volkskirchen angeraten, "einen Ausstieg aus der Finanzierung durch Kirchensteuern anzustreben". Ich dementiere das. Das widerspricht meiner Überzeugung und dem was ich gesagt habe. Ich habe in meinen Vortrag und im anschließenden Gespräch die Freikirchen ausdrücklich als "Vorbild" auf einer strategischen, nicht auf einer politischen oder organisationspolitischen Ebene angesprochen. Hie rate ich beiden Volkskirchen vielmehr, die Basis des Kirchensteuersystems nach Kräften zu konsolidieren.

Auf einer strategischen Ebene gehe ich allerdings davon aus (und diese Unterscheidung war eine Pointe meines Vortrags), dass die Kirchen auch in Deutschland gut daran tun, sich auf eine Zukunft nach Wegfall der Kirchensteuern einzustellen. Sie sollten daraus heute: so lange sie noch genügend Ressourcen haben, schon Konsequenzen ziehen. Hier empfiehlt es sich, einerseits auf die Bemühungen skandinavischer Volkskirchen zu schauen, sich aus staatskirchlichen Abhängigkeiten zu lösen, andererseits auf große Freikirchen und auch auf die anglikanische Kirchen zu schauen, um aus beidem zu lernen..

Ein Wegfall der Kirchensteuern würde riesige Schäden nach sich ziehen: im diakonischen und sozialdiakonischen Bereich, bei denen, die uns am meisten brauchen. Eine strategische Vorbereitung auf die Zeit danach ist genau deshalb wichtig. Einen "Ausstieg anzustreben" (wie das einige auch auf der Tagung gefordert haben) habe ich immer abgelehnt und lehne ich nach wie vor ab.

Ich bitte Sie nachdrücklich, das in angemessener Form klarzustellen.

Mit freundlichem Gruß Wolfgang Nethöfel

   

Richtigstellung des epd:

Richtigstellung_epd_Nethoefel.pdf

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