Klarstellung zu einer epd-Meldung
Erklärung zur epd Zentralausgabe Nr. 108 | 08.06.2010
Zur fehlerhaften Darstellung in der epd Zentralausgabe erklärte Prof. Dr. Wolfgang Nethöfel gegenüber epd:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Entsetzen habe ich heute in epd-Zentral die Meldung gelesen, ich hätte
beiden deutschen Volkskirchen angeraten, "einen Ausstieg aus der
Finanzierung durch Kirchensteuern anzustreben". Ich dementiere das. Das
widerspricht meiner Überzeugung und dem was ich gesagt habe. Ich habe in
meinen Vortrag und im anschließenden Gespräch die Freikirchen ausdrücklich
als "Vorbild" auf einer strategischen, nicht auf einer politischen oder
organisationspolitischen Ebene angesprochen. Hie rate ich beiden
Volkskirchen vielmehr, die Basis des Kirchensteuersystems nach Kräften zu
konsolidieren.
Auf einer strategischen Ebene gehe ich allerdings davon aus (und diese
Unterscheidung war eine Pointe meines Vortrags), dass die Kirchen auch in
Deutschland gut daran tun, sich auf eine Zukunft nach Wegfall der
Kirchensteuern einzustellen. Sie sollten daraus heute: so lange sie noch
genügend Ressourcen haben, schon Konsequenzen ziehen. Hier empfiehlt es
sich, einerseits auf die Bemühungen skandinavischer Volkskirchen zu schauen,
sich aus staatskirchlichen Abhängigkeiten zu lösen, andererseits auf große
Freikirchen und auch auf die anglikanische Kirchen zu schauen, um aus beidem
zu lernen..
Ein Wegfall der Kirchensteuern würde riesige Schäden nach sich ziehen: im
diakonischen und sozialdiakonischen Bereich, bei denen, die uns am meisten
brauchen. Eine strategische Vorbereitung auf die Zeit danach ist genau
deshalb wichtig. Einen "Ausstieg anzustreben" (wie das einige auch auf der
Tagung gefordert haben) habe ich immer abgelehnt und lehne ich nach wie vor
ab.
Ich bitte Sie nachdrücklich, das in angemessener Form klarzustellen.
Mit freundlichem Gruß Wolfgang Nethöfel
Richtigstellung des epd:
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